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Molekularbiologischer Workshop – Den Genen auf der Spur

17. April 2026


Im Rahmen eines Workshops tauchten die Schülerinnen der 3. Klassen tief in die Welt der Genetik ein. Ziel des Tages war es, moderne molekularbiologische Arbeitsweisen nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern praktisch anzuwenden. Im Mittelpunkt standen dabei zwei der wichtigsten Methoden der modernen Biologie: die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) und die anschließende Gelelektrophorese.

Zunächst isolierten die Teilnehmerinnen ihre eigene DNA aus Mundschleimhautzellen. Der praktische Teil gliederte sich in zwei Hauptphasen:

  1. PCR (Vervielfältigung): Da die gewonnene DNA-Menge für eine Analyse zu gering ist, wurden spezifische Genabschnitte mithilfe des Thermocyclers millionenfach kopiert. Die Schülerinnen lernten hierbei das präzise Pipettieren im Mikroliter-Bereich – eine Grundvoraussetzung für sauberes wissenschaftliches Arbeiten.
  2. Gelelektrophorese (Analyse): Um die Ergebnisse der PCR sichtbar zu machen, wurden die Proben auf ein Agarose-Gel aufgetragen. Durch Anlegen einer elektrischen Spannung wanderten die DNA-Fragmente durch das Gel. Da kleinere Fragmente schneller wandern als größere, entstand ein charakteristisches Bandenmuster, das unter UV-Licht ausgewertet werden konnte.

 

Individuelle Schwerpunkte: Drei Analysen zur Auswahl

Das Besondere an diesem Workshop war die Wahlfreiheit. Die Schülerinnen konnten entscheiden, welchen spezifischen genetischen Marker sie untersuchen wollten:

  • Verwandtschaft zu Dschingis Khan: Hierbei wurde ein spezifischer Marker untersucht, der Aufschluss über weit zurückliegende Vorfahren und Migrationsbewegungen gibt.
  • Muskelfasertypen (ACTN3-Gen): Die Teilnehmerinnen analysierten das sogenannte „Sprint-Gen“. Die Untersuchung zeigte, ob eine genetische Veranlagung eher für Schnellkraft-Sportarten (wie Sprinten) oder für Ausdauersportarten vorliegt.
  • Oxytocin-Rezeptor-Gen (OXTR): In diesem Bereich wurde ein Genabschnitt untersucht, der in der Forschung mit sozialem Bindungsverhalten und Empathiefähigkeit in Verbindung gebracht wird. Dies bot Anlass für spannende Diskussionen über den Zusammenhang zwischen Genetik und Verhalten.

 

Fazit

Der Workshop war ein voller Erfolg. Er bot nicht nur einen spannenden Einblick in die Laborarbeit, sondern schlug auch die Brücke von abstrakten biologischen Konzepten zu ganz persönlichen Fragestellungen. Am Ende konnten alle Teilnehmerinnen ihr eigenes „genetisches Profil“ auf dem Gel betrachten und die Bedeutung der Molekularbiologie für Medizin, Forensik und Anthropologie hautnah erleben.

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